Du weißt, dass ich in München lebe. Und heute beginnt hier in München die Sicherheitskonferenz. Wir Münchner merken das zum Beispiel dadurch, dass sehr viel Polizei in der Altstadt unterwegs ist. Dass Autobahnen gesperrt werden. Dass man nicht mehr durch den Bereich gehen darf, der um das Hotel „Bayerischer Hof“ liegt. Denn dort findet die Konferenz statt. Und es wird viele Demonstrationen geben, gegen die Sicherheitskonferenz, aber auch zum Beispiel für die Menschenrechte im Iran. Das sind doch genug Gründe, um heute mal über diese Konferenz zu sprechen, oder?
Die Münchner Sicherheitskonferenz ist ein jährliches Treffen, bei dem Politikerinnen und Politiker, Militärs und Expertinnen und Experten aus vielen Ländern zusammenkommen. Sie ist sozusagen ein zentrales Forum für internationale Diskussionen über Sicherheit und Frieden. Man spricht dort über Kriege, Bedrohungen durch neue Technologien oder geopolitische Spannungen zwischen Staaten. Es ist aber kein offizielles Staatstreffen, sondern eine privat organisierte Veranstaltung.
Die Geschichte dieser Sicherheitskonferenz beginnt schon im Jahr 1963. Damals nannte man sie „Internationale Wehrkunde-Begegnung“. Die Idee dazu hatte Ewald-Heinrich von Kleist, ein Offizier und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Sein Ziel war es, dass sich Länder über Sicherheit austauschen und gemeinsam Probleme lösen. Beim ersten Treffen waren nur wenige Teilnehmer dabei, aber wichtige Persönlichkeiten wie der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt und der US-Politiker Henry Kissinger gehörten dazu. Das Treffen war bewusst in München, weil der Gründer einen neutralen Ort suchte, an dem offene Gespräche möglich sind.
Im Laufe der Jahre hat sich die Konferenz stark verändert. In den ersten Jahren, vor allem während des Kalten Krieges, war sie relativ klein und diskret. Die meisten Gäste kamen aus Europa und den USA. Nach dem Ende des Kalten Krieges wuchs die Konferenz deutlich. Politiker und Staatschefs aus vielen Regionen der Welt nahmen teil, etwa aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Heute gilt die Münchner Sicherheitskonferenz als eines der wichtigsten Foren der Welt, wenn es um Fragen der internationalen Sicherheit geht.
Ein besonderes Merkmal der Konferenz ist, dass sie keine offiziellen Beschlüsse oder Verträge verabschiedet. Stattdessen sollen Vertreterinnen und Vertreter von Staaten in ehrlichen Gesprächen unterschiedliche Standpunkte kennen- und verstehen lernen. Viele Treffen und Gespräche finden auch im kleinen Kreis und informell statt. Diese Gespräche abseits der großen Podien sind oft genauso wichtig wie die offiziellen Diskussionen.
Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar 2026 statt. Sie wird erneut im Hotel Bayerischer Hof in München organisiert, wie es in den vergangenen Jahrzehnten Tradition ist. 1000 Gäste werden erwartet, aus 120 Staaten. Darunter mehr als 60 Staats- und Regierungschefs, fast 100 Außen- und Verteidigungsminister sowie viele weitere hochrangige Politikerinnen und Politiker.
Und damit die alle sicher sind bei der Sicherheitskonferenz, sind 5000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Normalerweise kommen die nicht nur aus Bayern, sondern auch aus den anderen Bundesländern. Da gibt es aber diesmal ein Problem, denn es ist Fasching und Karneval. Andere Bundesländer haben also genug damit zu tun, diese Veranstaltungen zu schützen. Daher kommt diesmal sogar Verstärkung aus den Nachbarländern.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet die Sicherheitskonferenz offiziell. Am Samstag soll der US-Außenminister Marco Rubio sprechen. Wer kommt noch? Zum Beispiel der Sohn des 1979 im Iran gestürzten Schahs, Reza Pahlavi. Vertreter des iranischen Regimes sind nicht eingeladen. Und auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird erwartet. Neben diesen großen Reden ist aber vor allem wichtig, was die vielen Gäste abseits der Kameras und Mikrofone besprechen.
Interessant fand ich übrigens ein Zitat des Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. Er sagte, man will in diesem Jahr das „kaputte Fahrrad“ der Beziehungen zwischen Europa und den USA reparieren. Ich bin sehr gespannt, ob das funktioniert.
In den vergangenen Jahren war die rechtsextreme und rechtspopulistische Partei AfD nicht zur Sicherheitskonferenz eingeladen worden. Letztes Jahr traf sich daraufhin die AfD-Politikerin Alice Weidel demonstrativ in München mit JD Vance. Dieses Jahr sind Mitglieder der AfD offiziell eingeladen.
Wir werden in den nächsten Tagen viel über diese Konferenz hören. Und wir hier in München werden froh sein, wenn die SiKo dann wieder vorbei ist.
Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg317kurz.pdf
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das ist gut
Du hast Recht! Tut mir sehr leid. Ich habe es repariert.
Vielen Dank für diesen Podcast zu diesem wichtigen Thema. Ich wollte nur sagen, dass ich glaube, der Download-Link funktioniert nicht richtig.
Alles Gute für Dich und Dein Land! Von ganzem Herzen.
vielen Dank, dass Sie das Thema der Einladung von Reza Pahlavi angesprochen haben.
Als Iraner freut es mich sehr, dass die Stimme unseres Wunsches nach Freiheit und unseres Protests international gehört wird. Es ist von großer Bedeutung, dass die Verbrechen des Regimes der Islamischen Republik im Rahmen von Menschenrechtsorganisationen und bei den Vereinten Nationen thematisiert werden.
Am 14. Februar war ich in München und konnte die Zusammenarbeit der Polizei und der deutschen Behörden vor Ort miterleben. Außerdem habe ich die Reden deutscher Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Michel Friedman, gehört.
Mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft danke ich der deutschen Polizei sowie der Bundesregierung Deutschlands.
Wir denken an Euch und hoffen mit Euch. Bleibt stark! Hier in München haben am Samstag 250.000 Menschen für Euch demonstriert. Ihr seid nicht allein!
Ich bin Iranerin und ein großer Fan deiner Podcasts. Gestern habe ich die letzte Episode gehört und war sehr froh, den Namen meines Landes von dir zu hören.
Zurzeit ertragen wir eine komplexe und traurige Zeit. Ich danke Deutschland, dass unsere Stimme von der Welt gehört wird.
Vielen Dank!
Liebe Annik, vielen Dank für deinen Podcast! Ich höre schon lange deine Folgen und heute war ich wirklich begeistert, als du über den Iran gesprochen hast. Das hat mich sehr gefreut! 🌹