SG #023: Rauchverbot

Die Informationen in diesem Text sind veraltet – bitte informiert Euch im Internet über die aktuelle Situation. 

Heute ist mein Thema das Rauchverbot, weil einige von Euch danach gefragt haben. Ich selber rauche nicht, daher freue ich mich besonders darüber, dass es in Deutschland immer mehr Verbote gibt und daher die Luft für Nichtraucher immer besser wird.

Früher durfte man überall rauchen. 1975 wurde in Deutschland dann aber verboten, im Radio oder Fernsehen Werbung für Zigaretten zu machen. Im Kino gibt es allerdings weiterhin Werbung für Marlboro und Co, ebenso auf Plakaten in der Stadt.

In den 80er-Jahren kam ein wichtiges Verbot: Man durfte im Flugzeug und später auch in Flughäfen nicht mehr rauchen. Seit September 2007 darf man auch auf Bahnhöfen nicht mehr rauchen, das ist gesetzlich verboten. Nur kleine Flächen sind auf dem Boden eingezeichnet, und hier dürfen die Raucher sich um einen Aschenbecher scharen. Auch in Zügen darf nicht mehr gequalmt werden.

Schon seit einigen Jahren ist in Deutschland das Rauchen in vielen öffentlichen Gebäuden verboten.  Zum Beispiel auch an Schulen. Das gilt aber nicht für alle Bundesländer. Auch in den meisten Büros oder an den Arbeitsplätzen der Menschen darf kaum noch geraucht werden. Hier gibt es dann meistens im Freien eine Möglichkeit, zu rauchen. Ich habe ein Jahr lang neben einem Kettenraucher gearbeitet, ich hatte ständig Halsweh.

All diese Verbote wurde meistens ohne große Proteste hingenommen. In diesem Jahr aber gab es Ärger. Denn da trat ein Gesetz in Kraft, das auch das Rauchen in der Gastronomie verbietet. Dadurch sollen Nichtraucher geschützt werden, unter anderem auch die Menschen, die in der Gastronomie arbeiten und dadurch Passivraucher sind. Seither kann man ohne Geruchsbelästigung durch Rauch sein Schnitzel essen. Die Raucher gehen zum Rauchen nach draußen und stehen dann in der Kälte. Einige Clubs haben sich nun allerdings auch zu Raucherclubs umgewandelt, denn in geschlossenen Gesellschaften darf weiterhin öffentlich geraucht werden.

Für Bayern gilt: Rauchen darf man nicht mehr in öffentlichen Gebäuden, nicht in Behörden, in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, in Hochschulen, Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen und auf den Flughäfen, sowie in der Gastronomie. Wir sind nun gespannt, wie das Oktoberfest ohne Rauch sein wird. Ich freue mich schon darauf. Ach, übrigens: Wer rauchen will, der kann in Bayern in ein Einkaufszentrum gehen oder ins Gefängnis. Dort ist es erlaubt. Und natürlich in der eigenen Wohnung oder im Freien.

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg23kurz.pdf

Lernmaterial

Du findest als Premium-Nutzer unter jeder Podcastepisode einen Link mit dem Lernmaterial.
Ich habe es dir aber auch hier zusammengestellt.

Hier kannst du Lernmaterial für alle Slow German-Episoden herunterladen:

SG #318: Südtirol
SG #317: Die Münchner Sicherheitskonferenz
SG #316: Hexen in Deutschland
SG #315: Flucht aus der DDR
SG #314: Rosa Luxemburg
SG #313: Die Justiz in Deutschland
SG #312: Vorurteile / Stereotype über Deutschland
SG #311: Ode an die Freude

SG #310: Die Olympischen Spiele und Deutschland
SG #309: Die Römer in Deutschland
SG #308: Ignaz Semmelweis, Retter der Mütter
SG #307: Arbeitslos in Deutschland
SG #306: Gute deutsche Podcasts
SG #305: Die Firma SAP
SG #304: Das Ehrenamt und der Freiwilligendienst
SG #303: Wohnen in Deutschland
SG #302: Das Tierheim in Deutschland
SG #301: Das Dirndl und die Tracht

SG #300: Die 300. Episode von Slow German!
SG #299: Der Klimawandel in Deutschland
SG #298: Dialog: Das Bewerbungsgespräch
SG #297: Friedrich Merz, neuer deutscher Bundeskanzler
SG #296: Der Zeppelin Hindenburg
SG #295: Ostalgie
SG #294: Made in Germany
SG #293: Wissenschaft in Deutschland
SG #292: Die Bundestagswahl 2025
SG #291: Die Krankenkasse

SG #290: Der TÜV
SG #289: Im Fitness-Studio / Kleiner Alien-Dialog Nr. 5
SG #288: Die Donau
SG #287: Typisch deutsch!
SG #286: Der Pirat Klaus Störtebeker
SG #285: Der Döner
SG #284: Die Kreuzzüge
SG #283: Kurt Eisner, Bayerns erster Ministerpräsident
SG #282: An der Tankstelle / Kleiner Alien-Dialog Nr. 4
SG #281: Die Buchpreisbindung in Deutschland

SG #280: Paragliding oder Gleitschirmfliegen
SG #279: Die deutsche Post
SG #278: Mit der Bahn fahren in Deutschland
SG #277: Lesen in Deutschland
SG #276: Die Einbürgerung in Deutschland
SG #275: Warnstreiks in Deutschland
SG #274: Die Fußball-Europameisterschaft 2024
SG #273: Die Europawahl
SG #272: Der autofreie Sonntag
SG #271: Muttertag und Vatertag

SG #270: Demonstrationen gegen Rechtsextremismus
SG #269: Wandern in Deutschland
SG #268: Steuern und das Finanzamt
SG #267: Brot und Bäckereien in Deutschland
SG #266: Nomen-Verb-Verbindungen
SG #265: Die TV-Serie „Der Bergdoktor“
SG #264: Erneuerbare Energien
SG #263: Der Humorist Loriot
SG #262: Jugendschutz in Deutschland
SG #261: Knigge und die Benimmregeln

SG #260: John Rabe
SG #259: Beliebte Sportarten
SG #258: Deutsche auf Geschäftsreise
SG #257: Vor- und Nachteile von Zweisprachigkeit
SG #256: Die Reederei Hapag-Lloyd
SG #255: Der Euro, Deutschlands Währung
SG #254: Noch mehr deutsche Musik
SG #253: Die häufigsten Berufe in Deutschland
SG #252: Gute Vorsätze
SG #251: Die Pest in Deutschland

SG #250: Wie unterscheiden sich Nord- und Süddeutsche?
SG #249: Das beschäftigt Deutschland im Oktober 2022
SG #248: Leben auf dem Land oder in der Stadt?
SG #247: Auswanderung aus Deutschland
SG #246: Mental Load
SG #245: Das Brandenburger Tor
SG #244: Deutschlands neuer Kanzler: Olaf Scholz
SG #243: Der große Zapfenstreich
SG #242: Die deutschen Kolonien
SG #241: Bundestagswahl 2021 in Deutschland

SG #240: Homosexualität in Deutschland
SG #239: Adele Spitzeder – Schauspielerin, Sängerin, Betrügerin
SG #238: Was wären wir ohne Internet?
SG #237: Das Schloss Neuschwanstein
SG #236: Garten und Balkon in Deutschland
SG #235: Siegfried und Roy, Magier in Las Vegas
SG #234: Der Rattenfänger von Hameln
SG #233: Teekesselchen – Wörter mit zwei Bedeutungen
SG #232: Das rätselhafte Findelkind Kaspar Hauser
SG #231: Wacken – das Heavy-Metal-Festival

SG #230: Die Sage der Loreley am Rhein
SG #229: Der Kaufhaus-Erpresser Dagobert
SG #228: Der Marshallplan hilft Deutschland
SG #227: True Crime: Das Verbrechen von Hinterkaifeck
SG #226: Wetter und Klima in Deutschland
SG #225: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk
SG #224: Das Zukunftsdorf Feldheim
SG #223: Arm und reich in Deutschland
SG #222: Der Untergang der „Wilhelm Gustloff“
SG #221: Verschwörungsmythen und Verschwörungstheorien

SG #220: Deutscher Film: „Der Schuh des Manitu“
SG #219: Muslime in Deutschland
SG #218: Die Hobbys der Deutschen
SG #217: Konsum in Deutschland
SG #216: Birkenstock – die Schuhe und die Firma
SG #215: Die Gender-Debatte in Deutschland
SG #214: Der Film „Fack Ju Göhte“
SG #213: Kinderrechte in Deutschland
SG #212: Die Schweiz
SG #211: Die Firma Siemens und ihr Gründer Werner Siemens

SG #210: Die Uhrzeit
SG #209: Aberglaube in Deutschland
SG #208: Corona / Covid-19 in Deutschland
SG #207: Das deutsche Urheberrecht
SG #206: Brief schreiben – so schreibe ich einen Brief!
SG #205: DAX, der Deutsche Aktien Index
SG #204: Österreich
SG #203: Die deutsche Polizei
SG #202: Nachhaltigkeit und Klimawandel
SG #201: Thomas Mann

SG #200: Menschen mit Behinderung
SG #199: Jakob Fugger und die Fugger-Familie
SG #198: Banken und Finanzen in Deutschland
SG #197: Gewerkschaft und Betriebsrat
SG #196: Juden in Deutschland
SG #195: Der Mediziner Robert Koch
SG #194: Das deutsche Schulsystem (aktualisiert)
SG #193: Gastarbeiter in Deutschland
SG #192: Online-Shopping
SG #191: Umweltschutz und Klimawandel

SG #190: Der Erste Weltkrieg – WW1
SG #189: Charité – das Berliner Krankenhaus
SG #188: Heinrich Hoffmann und sein Struwwelpeter
SG #187: Der Kindergarten
SG #186: Sucht und Abhängigkeit
SG #185: Alexander von Humboldt
SG #184: Das Gasthaus und die Gaststätte
SG #183: Die StaSi (Staatssicherheit, DDR)
SG #182: Deutsche Berge und Gebirge
SG #181: Die deutsche Sprache – Geschichte der Sprache

SG #180: Kurorte und auf Kur gehen
SG #179: Die Berlinale, das deutsche Filmfestival
SG #178: Der Tatortreiniger (TV-Serie)
SG #177: Das Mittelalter in Deutschland
SG #176: Albert Einstein
SG #175: Die deutsche Raumfahrt
SG #174: Die deutschen Bundesländer
SG #173: Der Duden
SG #172: Otto von Bismarck
SG #171: Glashütte Uhren

SG #170: Kinderbetreuung in Deutschland
SG #169: Grillen
SG #168: Elternzeit und Elterngeld
SG #167: Playmobil
SG #166: Im Garten
SG #165: Ludwig van Beethoven
SG #164: Ostern
SG #163: Bürgerinitiative und Bürgerbegehren
SG #162: Deutsche Philosophen
SG #161: Die Weimarer Republik

SG #160: Die Volkshochschule
SG #159: Max und Moritz
SG #158: Die Zeit der Ritter
SG #157: Bertolt Brecht
SG #156: Auf der Baustelle
SG #155: Das Nibelungenlied
SG #154: Weihnachtslieder   Zu dieser Episode gibt es kein Lernmaterial
SG #153: Heinrich Heine
SG #152: Weihnachtsplätzchen
SG #151: Jugendsprache

SG #150: Schiller und Goethe
SG #149: Der Rhein
SG #148. Martin Luther und die Reformation
SG #147: Die Bahn in Deutschland
SG #146: Die Beziehung
SG #145: Die deutsche Nationalhymne und Flagge
SG #144: Der Herbst
SG #143: Architektur in Deutschland
SG #142: Sehenswürdigkeiten in Deutschland
SG #141: Mensch-ärgere-dich-nicht

SG #140: Die Bayreuther Festspiele / Wagner-Festspiele
SG #139: Hermann Hesse
SG #138: Das deutsche Grundgesetz
SG #137: Das Bauhaus
SG #136: Der deutsche Bundespräsident
SG #135: Deutscher Wein
SG #134: Karl Valentin
SG #133: Der Pumuckl
SG #132: Adidas und Puma
SG #131: Sankt Martin und der Laternenumzug

SG #130: Das Deutsche Museum
SG #129: Der Führerschein
SG #128: Die Sendung mit der Maus
SG #127: Das Abendbrot
SG #126: Abkürzungen
SG #125: Die Weißwurst
SG #124: Margarete Steiff
SG #123: Das Ehrenamt
SG #122: Der Sommer
SG #121: Die Rote Armee Fraktion RAF

SG #120: Die Trümmerfrauen
SG #119: Das Bier
SG #118: Die Gebrüder Grimm
SG #117: BMW
SG #116: Lindenstraße
SG #115: Redewendungen
SG #114: Til Schweiger
SG #113: Kochen und Backen
SG #112: Winter
SG #111: Lufthansa

SG #110: Das Hofbräuhaus in München
SG #109: FKK
SG #108: München
SG #107: Kaffee und Kuchen
SG #106: Die Schultüte
SG #105: Die Tagesschau
SG #104: Halligen und Watt
SG #103: Spargel
SG #102: Gewerkschaften und Streiks
SG #101: Erneuerbare Energien

SG #100: Sissi und König Ludwig II.
SG #099: Migration
SG #098: Frühling
SG #097: Tatort
SG #096: PEGIDA
SG #095: Vegetarier
SG #094: Silvester und Neujahr
SG #093: Christkind und Weihnachtsmann
SG #092: Schrebergarten
SG #091: Weihnachtsmarkt

SG #090: Klassische Musik
SG #089: Die Bewerbung
SG #088: Der deutsche Schlager
SG #087: Kinderliteratur
SG #086: Stolpersteine
SG #085: Öko und Bio
SG #084: Sophie Scholl und „Die weiße Rose“
SG #083: Modernes Deutsch
SG #082: Angela Merkel
SG #081: Der Dialekt

SG #080: Der 1. Mai und der Maibaum
SG #079: Fußball
SG #078: Fasching oder Karneval
SG #077: Deutsche Serien und Filme
SG #076: Deutsche Marken
SG #075: Der Nikolaus
SG #074: Deutsche Autos
SG #073: Die Berliner Mauer
SG #072: Tag der Deutschen Einheit
SG #071: Verben mit Präpositionen

SG #070: Soziale Netzwerke
SG #069: Tierpark
SG #068: Versicherungen
SG #067: Radiosender
SG #066: Kosenamen
SG #065: Senioren
SG #064: Ferienjob
SG #063: Kinderarzt
SG #062: Umgangssprache
SG #061: Dating

SG #060: Schwangerschaft und Geburt
SG #059: Studieren in Deutschland
SG #058: Humor
SG #057: Halloween
SG #056: Jugendherberge
SG #055: Fernsehen
SG #054: Banken
SG #053: Arztbesuch
SG #052: Automobile
SG #051: Good Bye, Lenin!

SG #050: Gesundheitssystem
SG #049: Radfahren
SG #048: Die Bundeswehr
SG #047: Unregelmäßige Verben
SG #046: Deutsche Kunst
SG #045: Deutsche Literatur
SG #044: Essen
SG #043: Stauffenberg
SG #042: Finns Reise im Schlafanzug
SG #041: Weihnachten

SG #040: Beruf und Karriere
SG #039: Urlaub
SG #038: Einkaufen
SG #037: Zeitungen
SG #036: Kinderlieder
SG #035: Religion
SG #034: Das R   Zu dieser Episode gibt es kein Lernmaterial
SG #033: Die Autobahn
SG #032: Wohnungen mieten
SG #031: Das politische System

SG #030: Hochzeit
SG #029: Das Leben der Anderen
SG #028: Kleidung
SG #027: Deutscher Alltag
SG #026: Haustiere
SG #025: Das Schulsystem
SG #024: Deutsche Musik
SG #023: Rauchverbot
SG #022: Umzug
SG #021: Aschermittwoch

SG #020: Lotto
SG #019: Sternsinger
SG #018: Advent
SG #017: Vereine
SG #016: Getränke
SG #015: Allerheiligen
SG #014: Das Oktoberfest
SG #013: Stumme Verkäufer
SG #012: Recycling
SG #011: Denglisch
SG #010: Die Litfaßsäule
SG #009: Bus und Bahn
SG #008: Ab in den Biergarten!

SG #186: Sucht und Abhängigkeit

SG #186: Sucht und Abhängigkeit

Wie sieht es eigentlich in Deutschland mit der Sucht aus? Eine Sucht nennt man umgangssprachlich eine Abhängigkeit von etwas. Wenn ich süchtig bin, möchte ich etwas bestimmtes immer wieder unbedingt haben und kann nicht mehr an etwas anderes denken. Oft führt die Sucht dazu, dass ich immer mehr von dem haben möchte, wovon ich abhängig bin.

Jetzt aber zu Deutschland. Ich habe aktuelle Zahlen für dich gesucht. Deutschland hat momentan fast 83 Millionen Einwohner. 12 Millionen davon rauchen. 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Außerdem schätzt man, dass 2,3 Millionen Menschen in Deutschland von Medikamenten abhängig sind. 600.000 nehmen zu viele Drogen – wobei dazu auch Cannabis gezählt wird. Und immerhin eine halbe Million Menschen in Deutschland ist süchtig nach Glücksspielen. Die neueste Sucht ist die Internetsucht – es wird vermutet, dass in Deutschland etwa 560.000 Menschen onlineabhängig sind.

Das Bundesministerium für Gesundheit sagt: 120.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen des Rauchens. Es wurde viel unternommen, um die Menschen vom Rauchen abzuhalten. Seit 2007 darf man in öffentlichen Gebäuden nicht mehr rauchen, also auch nicht in Restaurants. Viele Arten von Zigarettenwerbung sind verboten. Und auf jeder Zigarettenschachtel gibt es Bilder, die abschrecken sollen. Beispielsweise von amputierten Beinen oder einer schwarzen Lunge. Die Zukunft sieht gut aus: Immer weniger Jugendliche rauchen. 2001 waren es noch 27 Prozent, heute sind es 7 Prozent. Rauchen ist nicht mehr so cool wie früher. Und das Handy hat dafür gesorgt, dass man in nervösen Situationen etwas in der Hand halten kann, das kein Nikotin enthält.

Und Alkohol? 9,5 Millionen Menschen in Deutschland trinken zu viel Alkohol. Alkohol gilt in der Gesellschaft als positiv. Man denkt an das „Feierabendbier“, also eine Art Belohnung nach der Arbeit. In Bayern gilt das Zusammensitzen bei einem Bier als „gemütlich“. Wein wird ebenso als Genuss gesehen. Alkohol kann in jedem Supermarkt gekauft werden, wenn man alt genug dazu ist. Das heißt: Ab 16 Jahren dürfen Teenager in Deutschland Bier, Wein oder Sekt kaufen und trinken. Getränke mit mehr Alkohol, also Whisky oder Wodka, dürfen ab 18 Jahren gekauft und getrunken werden. Mit 18 Jahren ist man in Deutschland volljährig. Eine Ausnahme gibt es übrigens: Wenn die Eltern dabei sind, dürfen auch Jugendliche ab 14 schon Bier, Wein oder Sekt trinken. Für Fahranfänger gilt übrigens ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Erfahrene Fahrer dürfen bis 0,5 Promille im Blut haben.

Immer mehr Menschen sind in Deutschland auch vom Internet abhängig. Während die Frauen eher in sozialen Netzwerken zu finden sind, begeistern sich die Männer eher für Online-Computerspiele. Für diese Sucht gibt es Beratungsstellen – wie für alle anderen Suchtprobleme auch. Wenn ich zugeben kann, dass ich Probleme in einem dieser Bereiche habe, kann ich entweder anonym bei einer Hilfestelle anrufen oder zu Treffen gehen. Es gibt Therapiemöglichkeiten und Informationsmaterialien. Übrigens nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen – denn die leiden meistens genauso unter der Sucht wie die Abhängigen. Seit 1968 ist die Alkoholabhängigkeit als Krankheit anerkannt. Das bedeutet, dass die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt.

In der Umgangssprache wird das Wort „Sucht“ übrigens ziemlich oft verwendet. Ich kann zum Beispiel „süchtig nach Schokolade“ sein, wenn ich einfach besondere Lust darauf habe.

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg186kurz.pdf

SG #009: Bus und Bahn

SG #009: Bus und Bahn

In den großen deutschen Städten wie München, Berlin, Hamburg, Stuttgart oder Köln braucht man kein Auto. Viele meiner Freunde haben kein Auto – denn diese Städte haben ein gutes so genanntes öffentliches Verkehrssystem. Öffentliche Verkehrsmittel sind zum Beispiel U-Bahnen oder Busse. Ich erkläre Euch jetzt einmal, wie das System in München funktioniert. Es ist leider ein wenig kompliziert, aber wir versuchen es trotzdem, ok?

In der Stadt selbst fahren unter der Erde die U-Bahnen. Sie halten sehr oft und fahren auch sehr häufig, man muss nie lange auf eine U-Bahn warten. Oben auf der Straße gibt es dazu noch ein gutes Bussystem und die Straßenbahnen. Beides kann ich übrigens auch empfehlen, wenn Ihr einfach mal eine Sightseeing-Tour machen wollt, ohne viel Geld zu bezahlen. Beides kostet gleich viel und ist auch ähnlich komfortabel. Die Straßenbahnen haben den Vorteil, dass sie die Ampeln auf grün schalten können und daher immer freie Fahrt haben.

Wer längere Strecken fahren möchte, zum Beispiel in die Vororte, der kann auch mit der S-Bahn fahren. Sie sieht eigentlich genauso aus wie die U-Bahn, fährt aber nicht nur unterirdisch, sondern auch über der Erde. Mit der S-Bahn könnt Ihr beispielsweise zum Flughafen fahren, der in München weit außerhalb liegt.

Gut, Ihr wisst nun also, wo Ihr hinfahren wollt. Also braucht ihr noch eine Fahrkarte. Die Systeme in den Städten sind meistens sehr kompliziert, es gibt Wochen-, Monats- und Jahreskarten für einheimische Pendler. Für Touristen ist es am Besten, wenn sie eine Touristenkarte kaufen. Diese ist günstig, mehrere Tage gültig und meistens kommt man mit ihr auch günstiger in Museen und andere Sehenswürdigkeiten. Dieses Ticket muss in Automaten abgestempelt werden, die in Bussen und Straßenbahnen im Fahrzeug befestigt sind, bei U- und S-Bahn allerdings noch am Bahnsteig stehen oder sogar noch oben vor der Rolltreppe. Diese Tickets werden von unauffällig gekleideten Menschen kontrolliert – aber nicht bei jeder Fahrt. Sie machen Stichproben. Wer kein Ticket hat, muss eine Strafe bezahlen. Drehkreuze wie in anderen internationalen Großstädten wie London oder New York gibt es in Deutschland nicht. Das Ticket müsst Ihr immer bei Euch haben, falls Ihr kontrolliert werdet. Ihr könnt es erst wegwerfen, wenn Ihr an Eurem Ziel angekommen seid und das Ticket nicht mehr gültig ist. Ihr könnt übrigens mit so einem Ticket problemlos von der Bahn in den Bus umsteigen oder andersrum, das ist gar kein Problem.

Es gibt in den Zügen und Bussen übrigens besondere Plätze für Behinderte und ältere Menschen. Diese sind mit einem speziellen Symbol gekennzeichnet und müssen freigemacht werden, wenn jemand sie braucht. Ansonsten gilt: Man darf in den Zügen und Bussen nicht rauchen. Wenn man aussteigen möchte, drückt man in Bus und Straßenbahn einen roten Knopf in der Nähe des Eingangs, bevor die Station erreicht wird. S- und U-Bahnen halten immer automatisch an jeder Station.

In München wurde das U-Bahn-System übrigens extra wegen der Olympischen Spiele 1972 gebaut! Die S-Bahnen sind mittlerweile alle neu und klimatisiert, die U-Bahnen sind teilweise neu und klimatisiert, teilweise aber auch alt und eigentlich lustig, man hat nämlich den Innenraum so verkleidet, dass er aussieht als wäre er aus Holz. Natürlich ist es aber Plastik und Metall.

Wenn Ihr als Touristen unterwegs seid, empfehle ich Euch, die Hauptverkehrszeit zu meiden. Das ist die Zeit, in der die Menschen morgens zwischen 7 und 9 Uhr und abends zwischen 17 und 19 Uhr in die Arbeit fahren oder nach Hause möchten. Die Züge und Busse sind dann oft überfüllt und es macht keinen Spaß, mitzufahren. Genauso ist es am Samstag Nachmittag, wenn die Fans ins Fußballstadion fahren.

Und Vorsicht: Die Züge fahren nicht die ganze Nacht! Schaut lieber vorher in einen Fahrplan, damit ihr kein teures Taxi nehmen müsst. Angst müsst Ihr in München in den öffentlichen Verkehrsmitteln übrigens nicht haben, sie sind sehr sicher, auch nachts und für Frauen.

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg09kurz.pdf