Konsum in Deutschland – SG #217

Konsum in Deutschland – SG #217

Ich habe eine interessante Tabelle gefunden, aus der ich dir heute etwas erzählen möchte. Es geht dabei um die Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland. Es ist also die Frage, wofür die Menschen in Deutschland ihr Geld ausgeben. Ich werde dir dabei die Originalbegriffe aus der Tabelle nennen und sie erklären.

Jeder Haushalt in Deutschland gibt pro Monat im Durchschnitt 2704 Euro aus. Vielleicht sollte ich das Wort Haushalt erklären. Wenn ich alleine in einer kleinen Wohnung wohne, dann ist das ein Haushalt. Wenn eine Familie mit drei Kindern in einem Haus wohnt, ist das auch ein Haushalt. Es ist also jeweils eine Wohneinheit.

Am meisten Geld, nämlich 908 Euro pro Monat, geben die Menschen für Wohnen, Energie und die Wohnungsinstandhaltung aus. Wohnen ist klar, das ist also die Miete für eine Wohnung oder der Kredit für ein Haus. Das ist ein Drittel aller Ausgaben. Energie ist auch klar, das sind Stromkosten oder Gas oder Heizöl. Und Wohnungsinstandhaltung sind Ausgaben, bei denen man etwas repariert oder modernisiert.

An zweiter Stelle steht der Verkehr, also das Fahrrad, das ich mir neu kaufe, oder das Auto, oder auch Bahnfahrkarten. 379 Euro gibt ein normaler deutscher Haushalt dafür jeden Monat aus. Und an dritter Stelle kommen in Deutschland dann Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren. Nahrungsmittel nennt man auch Lebensmittel, das sind also Obst, Gemüse, Fleisch, Nudeln und andere Dinge, die wir essen können. Getränke sind klar, und Tabakwaren sind Zigaretten und Zigarren. Das sind immerhin noch 360 Euro pro Monat.

Diese drei Posten waren jetzt eigentlich die wichtigsten, denn da geht es darum, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, etwas zu essen und uns bewegen können. Mal sehen, was auf Platz vier steht. Da ist der Punkt „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“. Wir möchten gerne Sport machen, auf ein Konzert gehen oder ins Kino gehen. Das kostet alles Geld. 304 Euro gibt ein deutscher Haushalt dafür pro Monat im Schnitt aus.

Ins Restaurant gehen, in einem Hotel schlafen oder in ein Café gehen – das kostet den deutschen Haushalt 168 Euro im Monat. Für Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände sind es 137 Euro, das sind also Möbel oder Küchengeräte. Für Bekleidung und Schuhe sind es 122 Euro pro Monat, für die Gesundheit 115 Euro. Handy und Telefon kosten im Durchschnitt 71 Euro pro Monat – und dann kommt etwas, was ich traurig finde: Für das Bildungswesen gibt ein normaler deutscher Haushalt nur 28 Euro aus. Das Bildungswesen, das sind alle Arten von Schulen. Bei größeren Haushalten ist das mehr, denn diese haben dann natürlich auch mehrere Kinder, die noch in die Schule gehen.

Jetzt weißt du, wofür die Menschen in Deutschland ihr Geld ausgeben. Wie ist das in deinem Land oder bei dir selbst? Schreib gerne eine Mail an mich oder einen Kommentar! Den Link zur Tabelle findest du auf slowgerman.com. Die Zahlen sind vom Statistischen Bundesamt, Stand Februar 2020.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/Tabellen/privater-konsum-haushaltsgroesse-evs.html

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg217kurz.pdf

SG #192: Online-Shopping

SG #192: Online-Shopping

Vor elf Jahren habe ich eine Slow German-Episode über das Einkaufen aufgenommen. Heute erzähle ich Dir etwas über das Online-Shopping in Deutschland. Denn es wird immer wichtiger für die Deutschen, sich etwas im Internet zu bestellen. Entschuldige bitte, dass ich diesen Anglizismus verwende, aber er hat sich in der deutschen Sprache längst für das Einkaufen im Internet eingebürgert.

Ungefähr 50 Millionen Menschen in Deutschland sind Online-Käufer. Besonders oft kaufen sie Schuhe und Kleidung. Was nicht passt, wird einfach wieder zurückgeschickt. Aber auch Möbel, Spielzeug und andere Dinge werden gerne per Online-Shopping bestellt. Wer bald in den Urlaub fährt, der bucht gerne sein Hotel oder den Flug im Internet, nachdem er die Preise verglichen und den günstigsten Anbieter gefunden hat. Und auch für Eintrittskarten wird online viel Geld ausgegeben.

Vor allem wenn der Winter kommt und das Weihnachtsfest vor der Tür steht, sind die Lieferungen praktisch. Am Abend auf der Couch bestelle ich kurz die Geschenke, ein paar Tage später stehen sie bei mir vor der Tür. Das ist das Online-Shopping-Wunder. Allerdings genießen es auch viele Menschen, einen entspannten Einkaufsbummel in der Fußgängerzone zu machen. Dort kann man sich besser als im Internet inspirieren lassen, wenn man eigentlich noch keine Idee für ein Geschenk hat. Und gemeinsam einen Shopping-Bummel zu machen macht auch mehr Spaß als alleine am Computer zu sitzen, oder?

Mir selber ist aufgefallen, dass es immer schwieriger wird, etwas zu verschenken. Früher habe ich oft Musik verschenkt, also CDs. Oder auch DVDs von guten Filmen. Heute haben meine Freunde aber ein Spotify- oder Netflix-Abo, da fallen diese Art von Geschenken komplett weg.

Auch wenn viele Läden anbieten, Lebensmittel nach Hause zu liefern, gehen die Deutschen aber nach wie vor lieber selber in den Supermarkt, um ihr Essen einzukaufen. Ich selber lasse mir einmal pro Woche viele Lebensmittel über die sogenannte Ökokiste liefern. Das ist ein Lieferdienst für regionale und ökologisch angebaute Produkte. Sie werden mir in großen Plastikkisten ohne Verpackung geliefert und in der nächsten Woche werden die leeren Kisten wieder mitgenommen. Für Milchprodukte gibt es eine extra Kühlkiste mit Styropor, damit alles frisch bleibt. Ich finde das sehr praktisch. Den Rest der Lebensmittel kaufe ich im Supermarkt.

Das Online-Shopping ist sehr bequem, aber viele Menschen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie online einkaufen. Denn da sind zum Beispiel die Fahrer und Fahrerinnen, die das Paket zu mir bringen müssen und dafür sehr schlecht bezahlt werden. Dann schade ich durch den Einkauf den kleinen Läden in meiner Nähe, die dadurch Verluste haben. Ich verursache Verpackungsmüll. Und vor allem sind riesige Online-Shops wie Amazon fast schon übermächtig, weil man bei ihnen alles auf einen Klick bekommt. Die Registrierung wird immer einfacher, das Bestellen immer schneller. Aber die Mitarbeiter werden oft nicht gut behandelt. Deswegen versuche ich, bei kleinen Online-Shops zu kaufen. Auch wenn das länger dauert und oft teurer ist. Und ich lasse mir keine Ware aus China oder anderen entfernten Ländern schicken. Sonst haben wir wieder ein Problem mit dem Umweltschutz…

Unschlagbar ist der Verkauf im Internet, weil es dort einfach alles gibt. Mir ist es schon oft passiert, dass ich im Laden etwas bestimmtes kaufen wollte und es dort einfach nicht gefunden habe. Ein paar Klicks im Internet und ich hatte es bestellt. Genauso mit Hosengrößen, bestimmten Sammlerobjekten oder größeren Mengen von Dingen. Ich lese auch gerne Bewertungen von Produkten, auch wenn ich weiß, dass diese manchmal nicht echt sind. Was es im Internet aber eben nicht gibt, das sind echte Menschen, mit denen ich sprechen kann. Wenn ich zum Beispiel ein Buch kaufen möchte, dann finde ich es toll, wenn mich eine Buchhändlerin oder ein Buchhändler mit einem Buch überrascht, auf das ich selber nie gekommen wäre, weil der Algorithmus im Internet nie gedacht hätte, dass es zu mir passt.

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg192kurz.pdf

Going shopping. Absolute Beginner #07

Welcome to Absolute Beginner Nr. 7. Let’s go shopping today! First of all there’s a difference. We use the word „shopping“ when it’s buying something for fun, like clothes or DVDs. But we use the German word „Einkaufen“ if we want to go grocery shopping. Let’s start with that. Imagine we are in a supermarket. You need a shopping cart for all the things you want to buy. You don’t see them so you ask somebody: „Entschuldigung, wo sind die Einkaufswagen?“ If you want to buy only a few things, you don’t need a shopping cart, but a small basket. You ask: „Entschuldigung, wo sind die Einkaufskörbe“?

Then you go and pick up the things you need. Let’s say you can’t find mustard. Then you ask: „Entschuldigung, wo finde ich den Senf?“ Or „Entschuldigung, wo ist der Senf?“. You see, all these questions start with „Entschuldigung“. It just means „excuse me“ and is a polite way to catch somebody’s attention. „Entschuldigung“.

You then go to the „Kasse“ to pay. Maybe the cashier asks you: „Brauchen Sie eine Tüte?“ If you want to have a bag to put your groceries in, you say: „Ja, bitte“. If not you say: „Nein, danke“. Usually these bags cost money in supermarkets, but not in clothing stores. If you want to pay cash, then please go ahead. If not, you say: „Ich möchte bitte mit Karte zahlen“. Or shorter: „Mit Karte bitte“. Then you can pay with debit card, sometimes even with credit card, although they are not as common in Germany as in some other countries. Before you leave the store you can say „Auf Wiedersehen“ to the cashier.

Let’s go shopping now, to a clothing store. You want to try on a pair of jeans, but can’t find the dressing room. You ask somebody working there: „Entschuldigung, wo sind die Umkleiden?“ If you are in the dressing room, maybe somebody will ask you: „Passt alles?“ meaning something like: „Does it fit well?“ You can answer with: „Ja, danke“ or with: „Nein, die Hose ist zu klein“ or „Nein, die Hose ist zu groß“ or „Nein, die Hose ist zu eng“ or „Nein, die Hose ist zu lang“. You see, there’s many things that can be wrong with a pair of pants. „Klein“ means small, „groß“ means big, „eng“ means tight and „lang“ means long. Oh, I almost forgot the pants can be too short, too. „Nein, die Hose ist zu kurz“. That never happens to me. 😉

Maybe you see something but you can’t decide whether to buy it or not. You want them to hold on to it for you until you make your decision. You say: „Können Sie mir das bitte zurücklegen?“ or „Kann ich das bitte zurücklegen lassen?“

Or did you buy something and realized it was too small? Then take it back and say: „Ich möchte das bitte umtauschen“, to exchange it for the right size.

Well, that’s it for today. Viel Spaß beim Einkaufen! Have fun shopping!