Vergleiche!
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Der Rhein ist einer der wichtigsten und längsten Flüsse Europas. Er ist 1232 Kilometer lang. Seine Quelle liegt in der Schweiz, dann fließt er fast 700 Kilometer durch Deutschland und mündet schließlich in den Niederlanden in die Nordsee, also ins Meer. Er ist eine wichtige Wasserstraße – auf dem Rhein werden viele Güter per Schiff transportiert.
Aber langsam, der Reihe nach. Der Rhein entspringt also in der Schweiz. Dort laufen viele kleine Bäche und Flüsse zusammen und bilden einen größeren Fluss, den Rhein. Dieser fließt dann an der Grenze zu Deutschland in den Bodensee – und auf der anderen Seite wieder hinaus. Das finde ich besonders faszinierend – auf Luftaufnahmen kann man sehen, dass sich das kalte und milchige Rheinwasser nicht mit dem Bodenseewasser vermischt. Bei Schaffhausen gibt es einen der größten Wasserfälle Europas, er ist 23 Meter hoch und 150 Meter breit.
Dann fließt der Rhein durch Frankreich nach Deutschland. Hier machten die vielen Kurven des Flusses Probleme: Das Wasser wurde langsamer, Schiffe konnten hier nicht gut fahren, und die Überschwemmungen machten die Gegend so feucht, dass Insekten sich rasant vermehrten und Krankheiten an die Menschen übertrugen. Also wurde der Fluss wie viele andere auch begradigt – man lenkte ihn um, zwängte ihn in eine bestimmte Richtung und nahm ihm die Auen, also die Bereiche neben dem Wasser.
In Süddeutschland kann man im Oberrhein nach Gold suchen – Touristen kommen extra hierher, um an Goldwaschkursen teilzunehmen. Aber weg vom Rheingold, der Rhein fließt weiter nach Norden und wird dort zum Mittelrhein. Der Bereich zwischen Rüdesheim und Koblenz zählt zum UNESCO-Welterbe. Hier steht der 130 Meter hohe Lorelayfelsen. Habt Ihr davon schon einmal gehört? Er ist Teil der Lorelay-Sage. Eine Sage ist eine Geschichte, die sich Menschen schon lange erzählen. Nach dieser Geschichte war Lorelay eine Nixe, also ein Wesen das halb Frau, halb Fisch ist. Sie konnte wunderschön singen. Mit ihrem Gesang lockte sie Männer an, die in ihren Booten unterwegs waren – und trieb sie in den Tod. Diese Stelle ist aber wirklich beeindruckend – hier ist der Rhein besonders eng und tief – 25 Meter.
Bei Andernach gibt es noch eine Sensation, und zwar einen Kaltwassergeysir mit der höchsten Wasserfontäne der Welt. 60 Meter spritzt das Wasser hier in die Luft. Aus dieser verzauberten Landschaft mit Weinbergen und schönen Ufergebieten fließt der Rhein dann weiter in eine industrialisierte Gegend. Von der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn fließt er bis zur niederländischen Grenze. Hier nennt man ihn Niederrhein. Hier liegt die Stadt Köln am Rhein, und der größte Binnenhafen Europas ist in Duisburg. Während in den anderen Rheingegenden viele verschiedene Tiere im Wasser leben, ist es hier eher öde, denn das Wasser ist trüb und zu warm und hat zu wenig Sauerstoff.
Dann fließt der Rhein aus Deutschland hinaus in die Niederlande. Dort teilt er sich in drei Ströme auf und fließt in die Nordsee. Sein Süßwasser vermischt sich mit dem Salzwasser des Meeres. Diese Mischung nennt man Brackwasser.
Wenn Ihr Euch den Rhein auf einer Karte anseht, werdet Ihr feststellen, dass viele große Städte am Fluß liegen. Köln hat eine Million Einwohner, dann sind da noch Straßburg, Koblenz, Bonn, Neuss und andere. Viele der heutigen Städte sind aus ehemaligen römischen Siedlungen entstanden. Der Rhein war die Grenze des Römischen Reiches.
Und weil bald der Winter kommt noch ein Hinweis: Der Rhein ist schon oft im Winter komplett zugefroren. Zum Beispiel 1929. Als es noch keine Kühlschränke gab, hackte man das Eis aus dem Rhein in Stücke und lagerte es im Keller, um es im Sommer zu verkaufen. Heute leitet die Industrie oft Wärme in den Fluss ab, so dass seine Temperatur gestiegen ist.
Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg149kurz.pdf
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Martin Luther war ein Mönch. Er unterrichtete Theologie an der Universität von Wittenberg. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther ein Schriftstück mit 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Eine These ist eine Behauptung. Ob das mit der Tür wirklich stimmt, wissen wir nicht – aber zumindest wurden seine Thesen gedruckt, denn den Buchdruck gab es zum Glück seit 1450. Schriften zu vervielfältigen war einfach geworden.
In den Thesen war Luther vor allem gegen die von der Kirche verbreitete Angst vor dem Fegefeuer und gegen den Ablasshandel. Das Fegefeuer ist in der katholischen Kirche die Zeit nach dem Tod, in der die Gläubigen ihre Sünden büßen müssen. Der Ablasshandel bedeutete, dass Katholiken nach einer Sünde etwas tun mussten, um wieder Gottes Gnade zu bekommen. Das war manchmal eine Beichte oder ein Gebet oder auch eine Wallfahrt.
Zu Luthers Zeit aber gab es noch eine andere Möglichkeit: Man konnte seine Sünden mit Geld freikaufen und so auch die Zeit im Fegefeuer verkürzen. Spezielle Prediger reisten damals durch das Land und verkauften Ablassbriefe. Auch Papst Leo X. fand die Idee gut, denn er brauchte Geld für den Neubau des Petersdoms in Rom.
Luther fand all das schrecklich. Die Kirche war ihm zu verweltlicht. Die Bischöfe und der Papst lebten in Reichtum wie Fürsten, das gefiel dem Mönch nicht. Die Menschen sollten büßen und sich nicht freikaufen können. Die Kirche sollte wieder so werden, wie sie einst war.
Luthers Kritik führte dazu, dass er 1521 aus der Kirche ausgeschlossen wurde. Er begann, seine Reformationsgedanken aufzuschreiben. Man solle sich im Glauben nur nach der Bibel richten. Einen Papst gab es in seiner Vorstellung nicht. Von den sieben Sakramenten der katholischen Kirche (Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe) behielt er nur zwei: Die Taufe und das Abendmahl.
Kurz darauf wurde er auch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Er hatte keine Rechte mehr. Man konnte ihn töten, ohne dass der Täter dafür bestraft würde. Eine gefährliche Zeit für Luther.
Er versteckte sich auf einer Burg und begann, die Bibel vom Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen. Nicht Wort für Wort, sondern so, dass man es gut verstehen konnte. Die Bibel wurde damit auch für das einfache Volk verständlich. Und für Euch vielleicht interessant: Luther erfand einige Wörter, die wir auch heute noch benutzen: Machtwort, Lockvogel, Lästermaul oder Feuertaufe. Dazu noch einige Redewendungen wie „Perlen vor die Säue werfen“ oder „ein Buch mit sieben Siegeln“ oder „der Wolf im Schafspelz“.
Die Lutherbibel verbreitete sich durch den Buchdruck schnell. 1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück und predigte dort. Er überzeugte die Bürger von seiner Reformation.
Die Reformation führte zur Spaltung der Kirche. Neben der „alten“ römisch-katholischen Glaubensrichtung gab es jetzt auch den evangelischen Glauben. Luther selbst beendete 1524 sein Leben als Mönch, heiratete und wurde Vater von sechs Kindern. Er starb 1546.
Genau 500 Jahre ist es nun her, dass Martin Luther seine Thesen an die Tür nagelte. Aus diesem Grund haben wir hier in Deutschland am 31. Oktober einen Feiertag. Dieser Tag heißt Reformationstag. Wegen des Jahrestages haben wir in diesem Jahr, also 2017, an diesem Tag alle frei. Wir müssen nicht arbeiten.
Vielleicht sollten wir diesen Tag nutzen, um mehr über Martin Luther und die Reformation zu lesen. Auch über die kritischen Seiten. Manche bezeichnen ihn als religiösen Fundamentalisten, der gegen die Wissenschaft war. Luther war ein überzeugter Antisemit, der die Angst vor einer jüdischen Weltverschwörung predigte. Auch mit Demokratie hatte Luther nicht viel am Hut. Luther förderte die Hexenverfolgung, wegen der viele Menschen unschuldig starben. Er war sexistisch und sah Frauen als niedere Wesen. Aber wie immer gilt: Bildet Euch selbst Eure Meinung über diesen Mann. Und schreibt mir gerne in die Kommentarfunktion oder per Mail, zu welchem Schluss Ihr gekommen seid.
Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg148kurz.pdf
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