Die Uhrzeit – SG #210

Die Uhrzeit – SG #210


Heute beschäftigen wir uns mit der Uhrzeit. Es ist gar nicht so leicht, in einer Fremdsprache zu sagen, wie spät es ist, oder? Wenn Du selber nicht weißt, wie spät es ist, kannst Du Menschen auf der Straße fragen indem Du sagst: „Entschuldigung, wie spät ist es?“ oder „Entschuldigung, wieviel Uhr ist es?“.

Jetzt erkläre ich Dir, wie wir Uhrzeiten benennen. Fangen wir an mit der sogenannten vollen Stunde. Eine volle Stunde ist, wenn der Minutenzeiger der Uhr oben steht, auf der 12. Wenn es also genau ein Uhr ist. Oder zwei. Oder drei Uhr. Ich sage dann: Es ist drei Uhr. In der Umgangssprache kannst Du auch einfach sagen „es ist drei“. Das reicht.

Jetzt kommen die Minuten dazu, und dann wird es schon ein wenig komplizierter. Also sagen wir mal, es ist zehn Minuten nach drei. Dann sage ich: „Es ist zehn Minuten nach drei“. Ich muss auch hier nicht „drei Uhr“ sagen, denn bei der Zeitangabe versteht sich das von selbst. Noch kürzer kannst Du sagen: „Es ist zehn nach drei“. Lassen wir fünf weitere Minuten verstreichen. Dann ist es 15 Minuten nach drei. Hier gibt es jetzt noch eine neue Möglichkeit. Ich kann sagen: „Es ist viertel nach drei“.

Wandert der Zeiger der Uhr nach unten, dann ist eine halbe Stunde vergangen. Ich sage: „Es ist halb vier“. Nach einer weiteren Viertelstunde sage ich: „Es ist viertel vor vier“. Eine andere Möglichkeit für diese Uhrzeit ist „Es ist dreiviertel vier“. Danach kann ich sagen: „Es ist fünf vor vier“.

Bis hierhin ist es logisch. Es gibt aber einige Besonderheiten, die je nach Region unterschiedlich sind. Zum Beispiel sagen manche Menschen in Deutschland auch gerne „Es ist fünf vor halb acht.“ Da muss man erstmal rechnen, was das wirklich bedeutet, oder? Es ist 7:25 Uhr. Fünf vor halb acht. Noch eine Variante: Es ist fünf nach halb eins. 12:35 Uhr ist fünf nach halb eins. Für mich immer schwer zu verstehen ist es, wenn Leute sagen: „Wir treffen uns um Viertel sieben“. Ist das dann 7:15 Uhr oder 6:15? Es ist 6:15. Das ist Viertel 7. Verwirrend, oder?

Dass der Tag 24 Stunden hat, wissen wir in Deutschland natürlich auch. Aber meistens ergibt sich aus dem Kontext, ob wir den Nachmittag und Abend meinen oder den Vormittag. Wenn es nicht so genau feststeht, sagt man es lieber dazu. Dann sagt man also: „Wir treffen uns morgen früh um acht“. Oder: „Wir treffen uns morgen Abend um acht“. In Deutschland halten die Menschen Verabredungen übrigens pünktlich ein. Meistens jedenfalls. Wenn Du betonen möchtest, dass Dein Partner pünktlich sein soll, sagst Du: „Wir treffen uns morgen Abend um Punkt acht“.

Wenn offiziell über die Uhrzeit gesprochen wird, dann wird die 24-Stunden-Variante verwendet. Es gibt also alle Uhrzeiten von 0 bis 24 Uhr. 0 Uhr ist Mitternacht, dann werden die Zahlen hochgezählt bis mittags um 12 Uhr. Danach geht es aber normal weiter mit 13 Uhr – das ist dann 1 Uhr mittags. 23 Uhr ist 11 Uhr abends.

Der Nachrichtensprecher im Fernsehen wird also sagen: „Die Sondersendung beginnt um 20.15 Uhr“. Das ist abends um Viertel nach acht. Wenn Du gerade den Text mitliest, dann wirst Du sehen, dass ich anders spreche als es dort steht. 20.15 Uhr ist die korrekte Schreibweise. Wir sagen aber 20 Uhr 15.

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg210kurz.pdf

SG #171: Glashütte Uhren

SG #171: Glashütte Uhren

Heute erzähle ich Euch eine Geschichte, die vor langer Zeit begann. 1845 ging es den Menschen in Sachsen schlecht. Vorher hatten sie vor allem vom Silber in der Region gelebt – aber es wurde immer weniger Silber gefunden. Also hatte Ferdinand A. Lange in der Stadt Glashütte eine Idee: Er gründete ein Uhrenunternehmen. Die Kunst der Uhrmacherei kannte er aus Frankreich, England und der Schweiz.

Copyright: NOMOS Glashütteq

Copyright: NOMOS Glashütte

Die sächsische Landesregierung half ihm: Sie ermöglichte den Bergarbeitern und Strohflechtern eine Ausbildung zum Uhrmacher. Schon bald wurde der Ort Glashütte in Sachsen berühmt für seine edlen, hochwertigen und vor allem handgemachten Uhren. So etwas kannte man sonst nur aus der Schweiz. Glashütte wurde zu einer Uhrenstadt.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten Uhrmacher auch Dinge herstellen, die für den Krieg wichtig waren – also bauten sie zum Beispiel Zeitzünder. Nach dem Krieg wurden die Uhrenfirmen in Glashütte enteignet und verstaatlicht. Sie gehörten also fortan dem Staat, denn in der DDR galt der Sozialismus. Alle Betriebe, die in Ostdeutschland Uhren herstellten, wurden zu einem großen Betrieb zusammengefasst.

Dann kam 1990 die Wiedervereinigung, und der staatliche Uhrenbetrieb wurde wieder in die freie Wirtschaft eingegliedert.

Verschiedene Firmen aus Glashütte stehen weiterhin für traditionelles Uhrhandwerk:
„Mühle Glashütte“ ist eine Firma, die seit 1869 in Familienbesitz ist. Gegründet wurde sie von Robert Mühle. Er hatte in der Uhrmacherschule in Glashütte sein Handwerk gelernt.

Der „Glashütter Uhrenbetrieb“ ist das, was vom DDR-Betrieb übrigblieb: Die Arbeiter schlossen sich zusammen und begannen, die neu-alte Marke wieder herzustellen. Sie bauten Uhren unter dem Markennamen „Glashütte Original“. Und dann? Dann wurde der „Glashütter Uhrenbetrieb“ von dem Schweizer Unternehmen Swatch gekauft.

Copyright: NOMOS Glashütte

Copyright: NOMOS Glashütte

„Nomos Glashütte“ wurde erst 1990 gegründet und dementsprechend modern sind auch die Uhren.
Und was wurde aus den „A. Lange & Söhne“-Uhren? Sie gibt es heute wieder, nachdem es 1990 eine Neugründung der Marke gab. Schön ist, dass die Uhren auch heute noch klassisch aussehen. Natürlich wurden sie weiterentwickelt, aber es sind edle Uhren, die sich viele Männer in Deutschland wünschen. Wenn Ihr mal nachschaut werdet Ihr sehen, dass manche dieser Uhren 150.000 Euro kosten.

Würdet Ihr so viel Geld für eine Uhr ausgeben? Viele Menschen tun das, denn eine Uhr ist und bleibt ein Statussymbol. Ob es die berühmte Rolex ist oder eine Glashütte Uhr, das könnte viel über den Träger aussagen, oder? Egal wie teuer eine Uhr aber ist, eines kann sie nicht: Sie kann uns nicht mehr Zeit verschaffen für all die Dinge, die wir noch gerne in unserem Leben tun würden.
Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg171kurz.pdf