SG #022: Umzug

SG #022: Umzug

Heute möchte ich Euch etwas über einen Umzug erzählen. Denn ich ziehe um, von meiner alten Wohnung in München-Schwabing in eine neue Wohnung, gar nicht weit entfernt.

Wenn man umziehen möchte, dann herrscht das Chaos. Es gibt so viel zu tun! Zunächst muss man eine neue Wohnung finden, das geht in Städten wie München meistens nur mit einem Makler. Dieser Makler ist der Vermittler zwischen Vermieter und Mieter. Dafür muss der Mieter ihn bezahlen, meistens mit zwei Monatsmieten der neuen Wohnung. Man nennt das Provision oder Courtage. Das ist eine Menge Geld, aber es ist noch nicht alles. Wenn man in eine neue Wohnung einzieht, muss man eine Kaution hinterlegen. Das bedeutet, dass man dem Vermieter Geld gibt, das dieser auf einem separaten Konto aufbewahrt. Meistens sind dies bei einer großen Wohnung rund 3000 Euro. Dieses Geld bekommt man wieder, wenn man auszieht. Falls man in der Wohnung aber etwas zerstört hat, kann der Vermieter das Geld behalten, um den Schaden zu reparieren.

In München kostet eine Wohnung ungefähr zehn Euro pro Quadratmeter und pro Monat. 100 Quadratmeter kosten also mindestens 1000 Euro im Monat. Wenn die Lage der Wohnung besonders gut ist, kann es auch mal doppelt so teuer werden. Dazu kommen dann noch die Heiz- und Stromkosten und viele andere Gebühren, zum Beispiel für Kabelfernsehen. Eine Wohnung zu finden ist gar nicht so einfach. Das Internet und Kleinanzeigen in Zeitungen helfen bei der Suche. Dann muss man auf viele Dinge achten. Ist die Lage gut? Gibt es in der Nähe eine S-Bahn oder U-Bahn oder einen Bus? Gibt es Parkplätze? Hat die Wohnung eine Küche oder muss man erst selber eine kaufen? Ist es ein Altbau oder Neubau? Ist es laut in der Wohnung, weil sie an einer großen Straße liegt? Darf man Haustiere halten?

Wenn man dann in die neue Wohnung einziehen möchte, kann man sich Hilfe holen. Zum Beispiel bei einer Spedition. Da kann man Möbelpacker damit beauftragen, die schweren Kisten zu tragen. In meinem Fall ist das praktisch, denn ich ziehe in den dritten Stock, ohne Lift. Aber auch das kostet natürlich Geld.

Und dann ist da noch der Papierkram. Also die offizielle Seite des Umzugs. Man muss sich beim Einwohnermeldeamt melden und hier Bescheid geben, dass man umzieht. Das Einwohnermeldeamt ist eine große Behörde, die alle deutschen Bürger und deren Wohnsitz festhält. Dann muss die Post benachrichtigt werden. Man kann einen Nachsendeauftrag stellen. Dadurch bekommt man noch ein halbes Jahr nach dem Umzug die Post, die bei der alten Adresse landet, automatisch an die neue Anschrift weitergeleitet. Auch das kostet natürlich Geld. Und dann ist da noch das Telefon, man möchte in der neuen Wohnung ja schließlich auch Telefon und Internet haben. Dann wollen Versicherungen neu abgeschlossen werden, Freunde und Familie müssen die neue Adresse erfahren, die alte Wohnung muss frisch gestrichen und geputzt werden, die Bank muss Bescheid wissen, dass die Miete ab sofort auf das Konto eines anderen Vermieters überwiesen wird, und so weiter, und so fort. Ich habe eine lange Liste mit Dingen hier, die ich noch erledigen muss. Ich ziehe nämlich Mitte März um. Drückt mir die Daumen, dass alles gut geht!

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg22kurz.pdf

SG #021: Aschermittwoch

Heute ist Aschermittwoch , ein christlicher Feiertag. Wir müssen aber trotzdem an diesem Tag arbeiten, sogar im katholischen Bayern.

Der Aschermittwoch ist der Beginn der Fastenzeit. Ab heute werden die gläubigen Christen und auch einige andere Menschen 40 Tage lang fasten. Also nichts essen. Das soll sie daran erinnern, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbracht hat. Bis Ostern dauert diese Fastenzeit, genauer gesagt bis zum Karsamstag.

Gläubige Christen gehen heute in die Kirche und bekommen vom Pfarrer ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gemalt. Ich selber bin kein religiöser Mensch, daher kann ich Euch darüber nicht mehr erzählen.

Interessant ist der Aschermittwoch aber auch für mich, und zwar weil es den so genannten politischen Aschermittwoch gibt. Das ist eine bayerische Erfindung, denn schon vor 500 Jahren haben sich die Bauern an diesem Tag getroffen und über Politik geredet. Später gab es Kundgebungen, und heute haben alle politischen Parteien heute eine große Veranstaltung. Da kommen alle wichtigen Politiker zusammen, und es werden flammende Reden gehalten. Das wird sogar im Fernsehen übertragen.

Traditionell gibt es am Aschermittwoch ein großes Fischessen, das auf die Fastenzeit einstimmen soll. Man könnte aber auch sagen, der Aschermittwoch hat eher was mit einem Kater zu tun als mit einem Fisch. Denn bis heute wurde in Deutschland Fasching gefeiert. Das fing offiziell am 11.11., also am 11. November, um 11 Uhr 11 an. Der richtige Start war dann am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Und seitdem haben sich die Menschen verkleidet und gefeiert. Das hängt zusammen mit der heidnischen Winteraustreibung. Da hat man versucht, die Wintergeister zu vertreiben, damit es endlich Sommer wird.

Heute feiert man das auch noch, und vor allem in katholischen Gegenden geht es hoch her. In Bayern allerdings weniger, die Hochburgen sind zum Beispiel Köln und Mainz. Eine Woche lang ist es bunt und laut. Es beginnt am unsinnigen Donnerstag, auch schmutziger Donnerstag oder Weiberfasching genannt. Dann kommt der Rosenmontag und der Faschingsdienstag. Da ziehen die Menschen mit lauten Musikkapellen durch die Gegend. Und sie trinken eine Menge Alkohol. Davon bekommt man bekanntlich einen Kater, also böses Kopfweh. In manchen Gegenden Deutschlands heißt der Fasching übrigens auch Fastnacht oder Karneval.

Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg21kurz.pdf